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Wer bin ich?

Gemeindereferentin
Julia Kembügler

In der Karnevalszeit begegnen wir dieser Frage eher spielerisch. Schnell ist darauf eine Antwort gefunden. Wir greifen auf die vorhandenen Kostüme zurück, nähen uns neue Verkleidungen oder gehen ganz bewusst als „unverkleidetes Ich“. Wenn wir uns verkleiden, sind wir häufig Personen oder Wesen, die mal ganz anders sind als wir selbst. In deren Art wir uns einfach mal verlieren können. Sei es als Teufel, Prinzessin, Cowboy, Clown, Drache oder Superheld.

Jedoch stellt sich die Frage: "Wer bin ich?", nicht nur in der Karnevalszeit. Immer wieder müssen wir in unserem Leben innehalten und schauen:

  • Was passt?
  • Wo muss ich mich neu ausrichten?
  • Was fehlt mir?
  • Wo bin ich nicht mehr ich selbst?

Häufig veranlassen uns bestimmte Situationen in unserem Leben zur persönlichen Auseinandersetzung. Sei es, wenn es nach der Schule darum geht, wie es weiter gehen soll. Oder wenn ich in ein neues Umfeld ziehe und mir überlegen muss, wie ich dort wahrgenommen werden möchte. Oder wenn wir mit einem Partner eine feste Beziehung eingehen bzw. eine Bindung auf unterschiedliche Art und Weise wieder lösen müssen.

In solchen Situationen fragt der Mensch sich: Wer bin ich?

Um diese Frage zu beantworten, bedarf es häufig der Entschleunigung und des persönlichen Innehaltens, um für uns wieder eine passende Richtung zu finden.
Selbst Jesus hat diese Ruhe aufgesucht, um sein öffentliches Handeln in Angriff zu nehmen und sich zu sammeln. Er geht in die Wüste, kommt nach vierzig Wochen zurück und weiß dann, die richtigen und passenden Worte, um seine Botschaft präzise zu verkünden:

„Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe.
 Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“(Mk 1, 15)

Er kombiniert in diesem Satz die Zusage mit der persönlichen Aufforderung. Durch diese Botschaft wissen wir, dass eigentlich schon alles da ist, was wir zum Leben brauchen. Die Zeit ist erfüllt, wir müssen uns darum nicht mehr sorgen. Das Einzige worum wir uns sorgen müssen, ist unser persönlicher Umgang mit den Menschen, der Verantwortung der Welt gegenüber und das Leben unseres individuellen Glaubens an Gott.

Die Fastenzeit kann uns wieder einen Raum geben, um uns darüber bewusst zu werden, wer wir sind und wer uns stetig, überall begleitet.

Julia Kembügler

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