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Werktagsgottesdienste ?

Pater Norbert Wientzek

In einer Zeit, in der wenig Katholiken am „normalen“ Sonntagsgottesdienst teilnehmen, von den Werktagsgottesdiensten zu reden oder zu schreiben, scheint fehl am Platz zu sein.

Denn wenn selbst die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst, die immer noch für uns Katholiken verpflichtend ist, in den meisten Diözesen unter 20% und oft nahe 10% liegt, wozu werden die Werktagsgottesdienste noch angeboten?
Jeden Tag werden in ganz Deutschland mindestens 4400 Werktagsgottesdienste gefeiert.

Und es sind nicht nur Ordensleute, die an diesen Gottesdiensten teilnehmen. Auch in unserem Pastoralverbund gibt es zahlreiche Werktagsgottesdienste, die unterschiedlich gut besucht werden. Ich habe vor kurzem interessante Aussagen zu diesem Thema gelesen, und einige können uns sicherlich zu denken geben.

Rainer Maria Kardinal Woelki sagte: „Das Zweite Vatikanische Konzil hat das in dem bekannten Satz zusammengefasst: Die Liturgie ist der Höhepunkt, dem das Tun der Kirche zustrebt, und zugleich die Quelle, aus der all ihre Kraft strömt. Das gilt für das Kirchenjahr, das auf das Osterfest zustrebt, für die Woche, die ihren Höhepunkt mit dem Sonntag findet, das gilt aber auch für jeden einzelnen Tag. Das Gebet, der Gottesdienst und die Eucharistiefeier im Besonderen sind die Kraftquelle für all unser Tun, natürlich auch für das missionarische und caritative. Ich würde sogar weitergehen: Verkündigung oder tätige Nächstenliebe ohne diesen Grund, diese Wurzeln im Gebet wäre nur ‚dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke’. Verkündigung und Caritas machen nur Sinn, wenn sie selbst als ‚Gottesdienst’ verstanden werden.“

Peter Frey, ZDF-Chefredakteur sagte zum Thema Werktagsgottesdienst:

„Für mich persönlich ist der Abendgottesdienst das Angebot einer Zäsur. Der Tag mit seiner Hektik und seinem Druck geht über in eine andere Welt. Da geht es nicht um Entspannung, sondern um Vertiefung, um Ausruhen und Kraftschöpfen – um eine Ahnung von der anderen Seite des Lebens. Dass die Türen dafür regelmäßig offen stehen, zum Beispiel um 18 Uhr 30 jeden Tag in meiner Berliner Kirchengemeinde St. Ludwig, empfinde ich als Einladung, als Geschenk, das ich annehmen darf, aber nicht muss.“

Über die Eucharistiefeier als „Angebot“ hat sich der bekannte Philosoph Robert Spaemann so geäußert:

„Ich zucke immer zusammen, wenn ich höre und lese, dass Messen angeboten werden. Wem angeboten? Es gibt nur einen Adressaten des Opfers Christi, das ist Gott der Vater. Ihn bitten wir, das Opfer Christi als Opfer seiner Kirche anzunehmen … Die Rede vom Angebot meint die Gläubigen als Adressaten, und das ist absurd. Das Wichtigste ist, dass die Messe stattfindet, sogar wenn gar keine Gläubigen außer dem Priester zugegen sind. Wir sind nach dem Gleichnis Jesu zum Hochzeitsmahl eingeladen, und mit dieser Einladung ist – wiederum nach demselben Gleichnis – nicht zu spaßen. Sie ist nicht ‚im Angebot’“.

Drei Aussagen von vielen, die in einer Katholischen Zeitung erschienen sind und die uns hilfreich sein können, unsere Einstellung zu Gottesdienst und Gebet zu überprüfen.

Ihr

P. Norbert Wientzek SVD

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