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Wie geht es weiter?

Diakon Gottfried Rempe

In den vergangenen Wochen fanden in vielen Gemeinden die Feiern der Erstkommunion statt. Im Moment werden viele Jugendliche im Dekanat gefirmt. In Münster nahmen viele Tausende Menschen am 101. Katholikentag teil. Große Ereignisse, die mit viel Aufwand und Engagement durchgeführt wurden. Was aber bleibt, wenn wir in einigen Wochen nachfragen? Welche Impulse gehen von diesen Ereignissen in unsere Gemeinden hinein? Finden Veränderungen, Ermutigungen, eine größere Beteiligung am geistlichen Leben in den Gemeinden statt? Welche Resonanz erfahren unsere Priester, Gemeindereferent/Gemeindereferentin, Tischmütter von denen, für die sie sich über längere Zeit mit viel Zeitaufwand und tollen Ideen eingesetzt haben? Wer fühlt sich jetzt weiter verantwortlich? Meine Antwort: Sie und ich - wir alle sind aufgerufen, die jungen Menschen weiter zu begleiten, ihnen deutlich machen, dass wir als Gemeinde Jesu Christi auch über die Festtage der Erstkommunion und Firmung hinaus für sie Verantwortung tragen und sie bestärken, ihren Glauben immer stärker zu leben und zu erfahren.

Diese Aufgabe fällt nicht nur den „Hauptamtlichen“ zu, sondern hier sind auch die Elternhäuser, die Familien gefragt. Der Begriff der „Nachsorge“ hat nicht nur in der Medizin eine große Bedeutung, sondern sollte auch im sakramentalen Leben, vor allem in den Familien, seinen Platz haben. Vor kurzem las ich auf einem Kalenderblatt den Satz von Rudolf Graber: „Wenn die Festung Familie gefallen ist, kann man die Kirchen schließen.“

Aber auch unsere Kirchengemeinden, in denen Christus verkündet wird, sind aufgefordert, den Menschen, vor allem den jungen Menschen, nachzulaufen. Wir müssen ihnen zeigen, wo Christus wohnt, und zwar nicht in einer Kirche, die bestimmen will, die mich einengt, mir Gesetze auferlegt, oft weltfremde Regeln aufstellt, nein, es muss  d i e  Kirche sein, die sich sorgt und müht um jeden Einzelnen, auch wenn der noch so schwach und unbequem ist. Die jungen Menschen müssen erkennen, dass sie durch die Kraft des Evangeliums Trost, Liebe, Zuversicht und Hoffnung erfahren können. Sie müssen den Unterschied zwischen gelebtem Glauben und erstarrter Kirche erleben, sie müssen spüren: hier gehöre ich hin, diese Kirche ist mein „Zuhause“, wo ich mich angenommen und geborgen, beachtet und ernst genommen werde, auch dann, wenn ich mit Fehlern und Macken behaftet bin.

Die Festtage sind vorüber - das Glockengeläut in Münster ist verklungen! Wie wäre es, wenn wir alle bereit wären, uns von den feierlichen Gottesdiensten in unseren Gemeinden anstecken zu lassen, sie nicht als einmaliges tolles Event abzulegen, sondern zu zeigen, dass uns durch Jesus Christus in den Sakramenten und der Liturgie ein großer Schatz geschenkt wurde, der uns zuversichtlich und hoffnungsfroh in die Zukunft sehen lässt. Trauen wir der Zusage:

“Ich bin bei euch alle Tage!“ Nicht nur „Unser Dorf hat Zukunft“ nein - auch die Kirche Jesu Christi!

Es grüßt Sie Gottfried Rempe, Diakon

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