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Wie halten Sie es:
„Karfreitag“ oder „Carfreitag?“

Pfarrer Hubertus Rath

Liebe Schwestern und Brüder!

Per Gesetz ist der Karfreitag als stiller Feiertag landesweit geschützt. Im Gegensatz zu anderen staatlichen Feiertagen, z.B. Ostermontag, hat der „stille Feiertag“ eine besondere Prägung, weil es strengere Richtlinien für öffentliche Veranstaltungen gibt, um den stillen Charakter zu betonen. Sportveranstaltungen, Trödelmärkte, öffentliche Feiern sind strenger sanktioniert.

Darüber hat es in diesem Jahr in Radio und Zeitung eine Debatte gegeben, angestoßen durch den Vorstoß eines Politikers, Karfreitag zwar nicht als Feiertag, aber als stillen Feiertag abzuschaffen. Eine ähnliche öffentliche Debatte gab es vor wenigen Jahren vor Weihnachten, als Politiker forderten, nur diejenigen dürften in die Kirche, die auch Kirchensteuern bezahlen.

Soweit ich die Beiträge verfolgt habe, überwog die Tendenz, dass jeder selbst entscheiden möge, welchen Charakter er diesem Feiertag beimisst. Christen können ihn als Gedenktag des Todes Jesu begehen, Freunde der Autoszene treffen sich dann eben zum Car (= engl. Auto)-Freitag. Aber bitte keine Gesetzgebung, die für alle verbindlich vorschreibt, wie der Tag zu verbringen ist.

Ist diese Diskussion ein Hinweis auf den Zerfall christlicher Werte und Überzeugungen in unserer Gesellschaft? Ja, ich halte es für ein äußeres Merkmal, an dem man abmessen kann, welchen Einfluss die christliche Botschaft in unserer Gesellschaft noch hat. Wenn ich den Anlass des Tages nicht mehr mit seinem ursprünglichen Sinn füllen kann oder der Anlass in meiner Lebensgestaltung nicht wichtig ist, dann wird eine allgemeine gesetzliche Regelung natürlich obsolet, kann in Frage gestellt werden und letztendlich per Mehrheitsbeschluss in den Parlamenten geregelt werden.

Darüber kann man jetzt klagen, jammern oder lamentieren, sich weiter in die Ecke einer Minderheit gedrängt fühlen. Ich aber weiß, warum ich diesen und andere christliche Feiertage feiere und wie ich sie gestalte und freue mich mit Ihnen diese Tage zu feiern, weil eben auch Sie ganz bewußt und entschieden diese Tage mit christlichem Inhalt füllen und begehen. Und sollte es je zu der Entscheidung kommen, Karfreitag als staatlich geschützten Feiertag abzuschaffen, können wir die Gottesdienste auch in den Abendbereich verlegen, wie es in vielen europäischen Nachbarländern der Fall ist.

 

Ihr Pfarrer
Hubertus Rath

 


 

Den gesprochenen Text dieses Beitrages finden Sie hier.

 

 

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