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Wir werden bei IHM wohnen!

Diakon Gottfried Rempe

„Nur noch eine kurze Zeit, und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und weil  auch ihr leben werdet“ Joh 14,19.

Liebe Leserinnen und Leser!

Dieser Satz aus dem Johannesevangelium des 6. Sonntags der Osterzeit ist eine der bedeutendsten Aussagen für mich und meine Einstellung zu Leben und Tod. Was für eine großartige Zusage, die uns hier von Jesus gemacht wird! Sie können damit nichts anfangen, können daran nicht glauben, sind sich sicher, dass mit dem Tod alles vorbei ist? Schade! Vor mir haben Millionen Menschen an die „Auferstehung der Toten“ geglaubt. Sollen die alle einem Scharlatan auf den Leim gegangen sein, weil sie Seinem Wort und Seiner Zusage Glauben schenkten?

Für mich ist es immer wieder eine neue Erfahrung, wenn ich zur Trauerfeier in der Friedhofskapelle bin, in die Gesichter der Trauernden schaue und dann feststelle, wie betroffen die Menschen sind, sich aber doch trösten lassen von der Zusage, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, sondern das eigentliche Leben erst beginnt, wie der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff es einmal treffend formuliert hat: „Der Todestag eines Menschen ist sein wirklicher Geburtstag“.

Gerade jetzt, wo die Natur nach der Winterstarre wieder in voller Blüte und Pracht uns begegnet, können wir erkennen, dass nach einem scheinbaren Todesschlaf die Natur zu einem neuen, prächtigen Leben erwacht. Der winterstarre Baum erstrahlt in heller Blütenpracht. Das Weizenkorn, scheinbar tot und wenig attraktiv, entwickelt sich, nachdem es in die Erde gelegt wurde, zu einem starken Halm mit vielen neuen Körnern. „Geheimnis des Glaubens, im Tod ist das Leben.“

Kreuzdarstellung im Neumünster, Würzburg

Vertrauen wir der Zusage Jesu, wenn er im Johannesevangelium weiter sagt: „Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir, und ich bin in euch“ (14,20). Voraussetzung für dieses „Einssein“ mit Christus ist unsere uneingeschränkte Liebe zu IHM. Mag uns auch bisweilen Angst befallen vor der Ungewissheit, wie es nach dem Tod mit uns weitergeht. Solches Verhalten ist nur allzu menschlich. Davor bin auch ich nicht gefeit! Aber das österliche Geheimnis von der Auferstehung kann uns Kraft geben, dem Leben, dem ewigen Leben zu trauen, weil ER auferstanden ist und uns nicht enttäuscht. Viele tausend Jahre vor uns haben die frommen Juden, die auch an die Auferstehung der Toten glaubten, im Psalm 71,1 diese Hoffnung ausgedrückt: „Auf dich, o Herr, habe ich vertraut. Du lässt mich nicht zuschanden werden in Ewigkeit.“

Ich wünsche Ihnen in dieser wunderschönen Maienzeit immer wieder die Freude an der Natur, die uns in vielen Bildern zeigt, dass es immer wieder einen Neuanfang gibt. Warum sollte das nicht auch für uns nach unserem Erdendasein gelten?! Ich glaube daran und vertraue auf Sein Wort!

Es grüßt Sie herzlich
Ihr
Gottfried Rempe, Diakon

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