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Wollen Sie heilig werden?

Pater Thomas Bucher

Es ist interessant, dass viele Leute diese Frage mit nein beantworten: „Ich möchte doch nicht heilig werden“. In den Himmel kommen möchten aber doch fast alle! Wie soll das zusammengehen, „in den Himmel kommen“ ohne heilig zu werden? Welche Vorstellungen von Heiligkeit verbergen sich hinter der Ablehnung heilig zu werden?

Zuerst möchte ich festhalten, dass nur Gott vollkommen gut ist. (s. Mk 10,18) Wir Menschen sind seit der Erbsünde ein wenig geschädigt. Aber Gott schenkt uns Anteil an seinem Leben. Schon im Alten Testament steht: „Seid heilig, denn ich der Herr, euer Gott, bin heilig“ (Lev 19,2). Und Jesus fordert uns auf: „Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.“ (Mt 5,48).

Das 2. Vatikanische Konzil nimmt die Worte Jesu auf im Dokument über die Kirche und betont, dass alle - in jedem Lebensstand, nicht nur die Ordensleute - zur Heiligkeit berufen sind. (vgl. LG39)

Wie soll das aber gehen, „heilig werden“? Ich glaube, dass hinter der Ablehnung heilig zu werden viele falsche Vorstellungen stehen. Wahrscheinlich denken wir zuerst an eine ganze Reihe von Vorschriften, nach dem Motto: Wenn ich heilig werden möchte, dann darf ich nicht mehr rauchen, kein Bier mehr trinken… Alles was mir Freude macht ist mir dann verboten; dann muss ich stundenlang in der Kirche sitzen….

Es muss traurig sein heilig werden zu wollen!

Die Definition von Heiligkeit, die Heilige selber gegeben haben, ist aber eine ganz andere. Da kommen nicht zuerst Vorschriften vor, sondern eine Beziehung. So sagte zum Beispiel Pater Kentenich, der Gründer der Schönstatt-Bewegung: „Heiligkeit ist die Liebe eines Kindes zu seinem Vater.“ Und jemand anders hat gesagt: „Heiligkeit bedeutet, sich von Gott geliebt zu wissen und ihm ganz zu gehören.“

Es geht also vor allem um die Beziehung zu Gott, die eine Liebesbeziehung ist! Es geht nicht um eine Unfehlbarkeit oder rein menschliche Perfektion. Jesus spricht von der Freundschaft und der Freude in dieser Beziehung! Wir sollen ihn bitten und er macht unsere Freude vollkommen. (Joh 16,24)

Wie kann ich also zu dieser Freude und zu dieser Heiligkeit gelangen? In der Taufe wurde mir die Heiligkeit durch die Gnade Jesu Christi schon geschenkt (vgl. LG40)!

Jetzt gilt es aber die Taufgnade in unserem Leben zur Entfaltung zu bringen durch die Früchte des Heiligen Geistes wie Güte, Geduld, Erbarmen… Dabei bedürfen wir als fehlerhafte Menschen ständig der Barmherzigkeit Gottes und beten darum täglich „vergib uns unsere Schuld.“ Und dann brauchen wir eben den Heiligen Geist (der nicht umsonst „heilig“ genannt wird), damit er uns zur Gottes- und Nächstenliebe bewege und helfe. Aus uns selbst können wir nicht heilig werden, aus uns selbst auch nicht so wahrhaft lieben, wie Jesus uns geliebt hat, aber mit Jesu Hilfe und mit seinem Geist, da dürfen wir es lernen, selbst wenn wir immer neu damit beginnen müssen!

Uns allen einen guten Anfang in der Schule Jesu!

P. Thomas

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