Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Zur Eucharistie

Pfarrer Hubertus Rath

„Die Eucharistie ist eingesetzt, damit wir Geschwister werden; damit wir aus Fremden, Verstreuten und einander Gleichgültigen zu Menschen werden, die vereint und gleich, ja Freunde sind. Sie ist uns geschenkt, damit wir aus gleichgültigen, egoistischen Menschen, die untereinander gespalten und verfeindet sind, ein Volk werden, ein wahres Volk, das glaubt und liebt, das ein Herz und eine Seele ist.“ (Papst Paul VI.)

Nutzt man die Gelegenheit, liebe Schwestern und Brüder, am Urlaubsort die Heilige Messe der Einheimischen zu besuchen, versteht man vielleicht nicht deren Sprache, kennt nicht deren Lieder und empfindet sich insofern als Fremder. Aber vom Aufbau der Heiligen Messe her findet man sich zurecht. Man erkennt den Eröffnungsteil, die Lesung, das Evangelium, die Predigt usw., man weiß, wann das Vater unser gebetet wird und spürt, dass man unter Freunden ist.

Es ist ein erhebendes Gefühl, auf diese Weise zu erkennen, dass man einer großen, weltweiten Gemeinschaft angehört, dass man mehr ist, als nur Tourist, Besucher, sondern eben auch Schwester oder Bruder im Glauben, eben „ein wahres Volk, das glaubt und liebt, das ein Herz und eine Seele ist.“

Möglich ist das, weil Aufbau und Feier der Heiligen Messe nicht dem Gusto des Sprachraumes, des Landes oder der einzelnen Gemeinde überlassen ist, sondern weltweit den gleichen Regeln unterliegen, die zentral gesetzt und festgelegt sind. Natürlich bleibt da Raum für ortsspezifische Eigenheiten (in Afrika tanzt man nun mal wesentlich mehr als bei uns), aber im Großen und Ganzen ist es gleich. Es ist nicht mehr identisch, wie es unter der alten Liturgie war. Unser Liturgieprofessor Rennings pflegte zu sagen: „Das Besondere der alten Liturgie ist, dass man, egal ob in Paderborn, Barcelona oder Daressalam, überall gleich wenig verstand. Heute versteht man mehr und es ist lebendiger.“ Trotzdem hielt auch er Regelungen für sinnvoll und notwendig, weil immer die Gefahr besteht, dass „mancher seinen eigenen Vogel mit dem Heiligen Geist verwechselt.“ (Zitat Rennings).

Trotz dieser Regelungen gibt es kleine Unterschiede in der Messfeier. Dazu muss man nicht erst ins Ausland fahren, sondern man bemerkt sie schon daheim, wenn, wie bei uns häufig, verschiedene Pastöre die Messe feiern. Warum singt Pastor Vagedes so viel und Pastor Rath so wenig, warum beten wir mal das Vater unser durch, und manchmal wird der Einschub gebetet, warum fordert der eine zum Friedensgruß auf und der andere nur selten?

Es gibt viele so kleine Auffälligkeiten und vielleicht haben Sie sich schon oft gefragt, was dahintersteckt. Wenn Ihnen so etwas aufgefallen ist, dann sagen Sie es mir, vielleicht kann ich es Ihnen erklären.


Herzliche Grüße,

Hubertus Rath

10.790.539  Besucher seit 09.2009