Sprungnavigation Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation; Direkt zur Servicenavigation; Übersicht zu dieser Seite; Kontakt aufnehmen;

 rahmen top

Pfarrnachrichten:

Aktuelle Ausgabe

Archiv

zukunftsbild – schon mal gehört?

Gemeindereferentin
Anne Frank

Im Oktober 2014 verabschiedete der Erzbischof von Paderborn das Zukunftsbild für unser Erzbistum. Ein Schreiben, welches am Ende eines zehnjährigen Prozesses, genannt „Perspektive 2014“, entstanden ist. Ein Schreiben, das am Anfang eines Weges in eine ungewisse Zukunft der Kirche von Paderborn steht. - Aber wann ist Zukunft schon gewiss, vorhersehbar oder gar sicher? Haben der Bischof und seine Autoren uns jetzt einen eindeutigen Maßnahmenkatalog vorgelegt, den wir abarbeiten müssen und dann ist die Zukunft unseres Glaubens endlich für immer und ewig gesichert – und zwar so, „wie es schon immer war!“? Ist das Bild der Kirche fertig gemalt? In seinem Vorwort verneint unser Bischof dies. Er spricht vielmehr von einem „Wegzeichen“, das Orientierung geben will und gleichzeitig Freiräume zum Ausprobieren lässt. Von Achtsamkeit dem anderen gegenüber, von gegenseitigem Vertrauen und Gesprächen auf Augenhöhe ist da die Rede. Die Kirche von Paderborn möchte in der Welt von heute ankommen und mit ihr und den Menschen Glauben gestalten und leben - jetzt und in Zukunft. Dabei ist das Vertrauen in die Gegenwart Gottes die Kraftquelle, die uns auf diesem Weg vorantreibt, uns Mut macht, uns weitergehen lässt.

Mit Kirche sind hier übrigens nicht allein der Bischof und die Priester gemeint, Kirche sind wir alle. Ohne uns, die Tiefreligiösen, die Suchenden, die Fragenden, die Stetigen und auch Unstetigen, die Aktiven und Passiven, die Alten und die Jungen, die Kritiker, die stillen Beter bleibt die Kirche starr und stumm. Mit uns und unseren unterschiedlichen Gaben wird sie erst lebendig. Haben wir Lust, auf unsere ganz eigene Art am Bild der zukünftigen Kirche mit zu malen?

Vieles geschieht schon in unserem Pastoralen Raum Bad Driburg, ohne dass das Paderborner Schreiben gelesen oder wahrgenommen wurde. Eines möchte ich heute herausheben, weil ich es so bemerkenswert finde, dass sie sich wirklich getraut haben. Ich spreche von der zeitweiligen Umgestaltung des Kirchenraumes der Gemeinde St. Vitus, Alhausen. Eine anstehende Kirchenrenovierung regte die Gremien und Gemeindemitglieder in Alhausen an, über eine zukunftsfähige Gestaltung des Kirchenraumes nachzudenken. Wie können wir auch in vielen Jahrzehnten hier noch gut und lebendig gemeinsam Gottesdienst feiern. Ideen wurden gesammelt, mit Bauklötzchen
probiert und vor knapp zwei Wochen wurden dann statt der Legosteine Kirchenbänke aus ihrer angestammten Position gehoben und verschoben, so dass sich dem Besucher nun ein Raum eröffnet, in dem die Bänke nahezu U-förmig stehen und der Altar in die Runde „miteingebaut“ ist. Gottes Wort und seine Gegenwart im Sakrament des Altares heruntergebracht zu den Menschen. Gläubige, die den Mut haben, sich als Gemeinschaft zu erfahren und nicht nur den Rücken des Vordermannes wahrnehmen, sondern sich anschauen. Ich bin gespannt zu erleben, wie sich Gottesdienstfeiern hier anfühlt, in diesem lebendig gewordenen Stückchen zukunftsbild.

Sie sind neugierig geworden? Dann schauen Sie doch einmal vorbei oder besser gesagt rein. Und weiter, halten Sie an Ihrem Platz Ausschau nach einem Eckchen zukunftsbild in Ihrer Gemeinde, in ihrem Bereich. Fangen Sie selbst mit anderen gemeinsam an, als „lebendige Steine“ mit Ihren Gaben der Zukunft Leben einzuhauchen. Ausprobieren ist dabei nicht nur erlaubt sondern erwünscht.

Ihnen und Ihren Familien eine gesegnete Woche,
Anne Frank

10.790.006  Besucher seit 09.2009